Wirtschaftsforum
 



www.laregiun.ch

www.hgv-unterengadin.ch

Aus der Erkenntnis heraus, dass es für das künftige, wirtschaftliche Wohlergehen des Wirtschaftsraumes Unterengadin notwendig ist, eine homogene, zentral gesteuerte und koordinierte Wirtschaftspolitik zu betreiben, hat die politische Regionalorganisation des Unterengadins, die „Pro Engiadina Bassa“ (PEB), in den vergangenen Jahren ein Wirtschaftsdepartement aufgebaut.
Der Wirtschaftsausschuss soll gemäss dem Wunsch der PEB und der Gemeinde Val Müstair  unabhängig arbeiten, allerdings mit dem Vorbehalt, dass die Genehmigung der Projekte denjenigen vorbehalten bleibt, welche schlussendlich auch für deren Finanzierung zuständig sind. Es sind dies: der Bund, der Kanton, ev. die Gemeinden und die Projektträger.

 

 

Deshalb erarbeitete das Wirtschaftsforum die Vision und Handlungsvorschläge 2025,   und das Dokument
wurde vom Regionalverband PEB, wie auch von der Gemeinde Val Müstair genehmigt und in Kraft gesetzt:

 

Vorwort
 

"Wir müssen heute die Zukunft planen und gestalten, um morgen eine gute Gegenwart zu haben".

Visionen drücken künftige Wunschvorstellungen aus. Dies bedeutet für die Nationalparkregion – ausgehend von den heutigen Gegebenheiten – ein Zukunftsbild zu malen, das einen aus heutiger Sicht anzustrebenden, dannzumaligen Idealzustand widerspiegelt, welcher der einheimischen Bevölkerung möglichst gute, qualitativ hoch stehende Wohn-, Lebens- und Arbeitssituationen bietet.

Grundlage einer derartigen Modellentwicklung ist eine laufende, rollende sich anpassende Entwicklungs- und Gegenwartsanalyse. Mit Genugtuung dürfen wir feststellen, dass die Nationalparkregion vieles erreicht hat und sich heute – trotz aller vorhandenen Probleme und Verbesserungspotentiale – in einer wirtschaftlich komfortablen Situation befindet, welche der Bevölkerung nicht nur Arbeits- und Ausbildungsplätze garantiert, sondern auch die Sicherung der sozialen und kulturellen Errungenschaften ermöglicht. Dies ist vor allem den vorhandenen Stärken zu verdanken, die da sind: intakte Kulturlandschaft, gut ausgebaute und vielfältige touristischen Infrastrukturen, romanische Sprache und Kulturschätze, attraktive Dörfer, Mineralwasserquellen, qualitativ hoch stehendes Gesundheitswesen, Sicherheit für die Bewohnenden u.a.m.

Wohin wollen wir? Wir streben die Erhaltung unserer historisch gewachsenen Identität, unserer intakten Landschaft und unserer bisherigen Errungenschaften an. Aufbauend auf dieser soliden und wertvollen Grundlage wollen wir unsere vielfältigen Stärken konzentrieren, diese intensivieren und ausbauen. Ein gesunder, qualitativ hochstehender und sicherer Wirtschafts- und Wohnstandort, welcher sich wirtschaftlich auf das wichtigste Standbein, den Tourismus, abstützen kann. Eine einzigartige Kulturlandschaft, die Nationalparkregion, mit einer intakten Land- und Forstwirtschaft, welche in enger Partnerschaft mit dem Tourismus lebt, mit dem Schweizerischen Nationalpark, mit einer breiten und qualitativ hochstehenden Gesundheits- und Altersversorgung, mit dem wertvollen Gut der zahlreichen Mineralwasserquellen und dem „Bogn Engiadina Scuol“, mit der Wasserkraft, mit attraktiven Schneesportgebieten in allen Talschaften, mit attraktiven Freizeit- und Sportmöglichkeiten in der ganzen Region, mit intakten Engadinerdörfern und der Exklusivität der romanischen Sprach- und Kulturvielfalt, mit Attraktionen wie dem Kloster Müstair, dem Zollfreigebiet Samnaun, dem Nationalparkhaus und dem Schloss Tarasp.

Wie das Zukunftsbild aussieht und welche Massnahmen dahin führen ist im Folgenden dargelegt.

 

Teilregion Engiadina Bassa:
 

Wellness und Gesundheit – Wohn- und Feriengebiet

  • Das Unterengadin hat sich als Gesundheits- und Wellnessregion etabliert, die Märkte Alter, Wohnen und Gesundheit/Wellness erschlossen und ist in diesen Bereichen bekannt als „Kompetenzregion“.

  • Das Unterengadin verfügt mit dem Schneesportgebiet „Motta Naluns“ über ein attraktives, familienfreundliches Wintersportgebiet.

  • Das Angebot an vermarktbaren Hotelkapazitäten (Ferienwohnungssiedlungen) wird ausgebaut.

  • Neue Wasserkraftprojekte befinden sich in der Ausarbeitung / Umsetzung. Durch gute Verträge und steigende Marktpreise nehmen diesbezügliche Erträge in der Region stetig zu.

  • Die landwirtschaftliche Produktion wird durch starke Verarbeitungsbetriebe so gut als möglich in Wert gesetzt.

  • Die Gemeinden sind nach wie vor als Wohnstandorte attraktiv, wobei eine Verlagerung der Grundversorgung in die zentralen Ortschaften Zernez und Scuol stattgefunden hat.

Teilregion Samnaun:
 

1.-Klasse-Skigebiet

  • Das Schneesportgebiet Samnaun / Ischgl ist weiterhin eine der Top-Skiarenen der Alpen.


  • Weiterhin sind Zollfreihandel und Tagestourismus tragende Säulen der Samnauner Wirtschaft.


  • Die bestehenden Wasserkraftpotenziale im Samnauner Tal werden erschlossen.

Teilregion Val Müstair:
 

„Qualitative Weiterentwicklung in einer intakten Naturregion“

  • Die touristische Infrastruktur wird ergänzt durch 1 bis 2 Resorts im Hochqualitätssegment, welche sich im Tourismus in Naturräumen etabliert haben und die touristische Attraktivität der Val Müstair aufzuwerten vermögen.


  • Die Region orientiert sich bezüglich Grundversorgung (Bildung, Gesundheit, Verkehr) auch am Grossraum Meran.

Zusammenfassung
 

Potenziale und Handlungsbedarf in den verschiedenen Bereichen:

 

 

Ganze Nationalpark Region

Gemeinsames politisches Dach
Regional denken und handeln: Alle Bestrebungen – vor allem betreffend Wirtschaftsförderung – müssen in erster Linie aus dem Blickwinkel der Region erfolgen. Partikularinteressen der einzelnen Körperschaften müssen den Interessen der Region unterstellt werden

Kultur und Landschaft

Erhalten und vermitteln:

Der Erhaltung der intakten romanischen Kulturvielfalt und der einzigartigen Kulturlandschaft kommt grösste Bedeutung zu.

Tourismus

DMO Bildung / Regionales Infosystem: Die DMO-Bildung über die ganze Nationalparkregion soll angestrebt werden. Parallel dazu soll die Institutionalisierung eines regionalen Informationssystems realisiert werden.

Sichern Bergbahn-Infrastruktur: Erneuerungen bzw. Erweiterung der Bergbahn-Infrastruktur durch laufende Erneuerungs- und Erweiterungsinvestitionen.

Förderung von neuen Bettenkapazitäten:  Baugesetzgebungen mit dem Ziel anpassen, neue Hotelkapazitäten zu fördern (strategische Flächensicherung für Beherbergungskapazitäten).

Landwirtschaft

Schaubauernhöfe: Authentische Bauernhof- und Bauerndorfinfrastruktur zu touristischen Attraktionen ausbauen.

Konzentration / Ausbau der Verarbeitung: Inwertsetzung der Landwirtschaftsprodukte durch Nutzung von Nischenangeboten und Verarbeitung vor Ort.

Rahmenbedingungen

Reorganisation kommunale Strukturen: Gesamtregionale Neukonzeption der Gemeinde- und Verwaltungsstrukturen / Gemeindefusionen fördern. Regionale und interregionale Zusammenarbeit verbessern.



 

Neue Regionalpolitik (NRP)
 


www.regiosuisse.ch

Der wirtschaftliche Strukturwandel stellt das Berggebiet, den weiteren ländlichen Raum und die Grenzregionen der Schweiz vor grosse Herausforderungen. Mit der Neuen Regionalpolitik unterstützt der Bund diese Gebiete bei der Bewältigung des Strukturwandels. Mit der NRP sollen Standortvoraussetzungen für unternehmerische Aktivitäten verbessert und Innovationen, Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit in den Zielregionen gefördert werden.

 

 

Ziel

Ziel der Neuen Regionalpolitik (NRP) ist es, die Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit einzelner Regionen des Berggebietes, des weiteren ländlichen Raumes und der Grenzregionen zu steigern, um so einen Beitrag zur Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen in den geförderten Gebieten zu leisten. Auf diese Weise will die NRP auch dazu beitragen, eine dezentrale Besiedlung zu erhalten und die regionalen Disparitäten abzubauen.

 

Grundsätze

Die Neue Regionalpolitik (NRP) beachtet folgende Grundsätze:

  • Die Anforderungen an eine nachhaltige Entwicklung werden berücksichtigt.
  • Die Regionen entwickeln eigene Initiativen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und zur Erhöhung der Wertschöpfung.
  • Die regionalen Zentren bilden die Entwicklungsmotoren.
  • Die Kantone sind die zentralen Ansprechpartner des Bundes und stellen die Zusammenarbeit mit den Regionen sicher.
  • Die Bundesstellen pflegen untereinander und mit in- und ausländischen Institutionen und Organisationen eine enge Zusammenarbeit.